Die hart arbeitende, leistungsstarke Kollegin, die als männlich, unfeminin und sogar unattraktiv bezeichnet wird, weil Leistung erbringen ja bekanntermaßen Männersache sei.

Das Mädchen, das in der U-Bahn angesprochen wird, dass man doch nicht wie eine Schlampe mit zerrissenen Strumpfhosen und kurzem Rock herumlaufen kann.

Zwei Mütter drei Sitze weiter tratschen währenddessen, wie süß doch dieses schwule Pärchen am Ende des Zuges sei.

Der Vorgesetzte, der in der Konferenz seine Kollegin nicht ausreden lässt, ihre Ideen aber übernimmt und dafür von Allen Zustimmung erhält.

Das Outing, das dem Mitschüler den Spitznamen Schwuchtel einbringt.

Der Exfreund, der sagt „Du solltest jetzt nach der Trennung nicht gleich mit einem anderen schlafen.“ – „Warum sollte ich nicht?“ – „Naja, du willst doch keine Hure sein.“

Der Kumpel, der von seinen Freunden hört er solle „nich so ne Pussy“ sein, weil er weinend von seiner Trennung erzählt.

Die hart arbeitende, leistungsstarke Kollegin, die als männlich, unfeminin und sogar unattraktiv bezeichnet wird, weil Leistung erbringen ja bekanntermaßen Männersache sei.

Ausdrücke wie Pussy, Schwuchtel, du Mädchen, Fotze, Blondinen Witze oder das  Bierwerbeplakat das neben zwei Maß nichts als das Dekolleté einer dirndltragenden Frau zeigt mit der Unterschrift „Darf es etwas mehr sein?“

Sexismus erstreckt sich unerkannt bis in die letzten Winkel unserer gesellschaftlichen Einzimmerwohnung ohne Tageslicht. Tagtäglich lassen wir ihn über uns ergehen, erleben und leben ihn selbst.

Alltagssexismus ist zu Teilen so weit verankert, dass es unmöglich scheint ihn vollständig aus den Köpfen zu verbannen. Doch in der Politik, in einem Metier, das sich mit dem fairen Umgang in der Gesellschaft beschäftigen und dem Grundgedanken folgen sollte niemanden zu vernachlässigen, darf es keinen Sexismus geben. Sollte, hätte, täte – wir wissen spätestens nach dem offenen Brief der CDU Politikerin Jenna Behrends, dass Sexismus besonders in den konservativen Parteien tief verankert ist. Der Berliner Innensenator Henkel, der vor kurzem in die Schlagzeilen kam, weil er die illegale Räumung des linken Hausprojekts Rigaer 94 initiierte, dieser CDU Politiker beispielsweise bezeichnete Behrends als „Große süße Maus“ und fragte im späteren Verlauf des Abends ihren Begleiter „Fickst du die?“.

Eigentlich erscheint es nur logisch, dass Frauen in der CDU diskriminiert werden. Diese Partei steht bekanntlich für reaktionäre Ideologien.

Auch die Schwesterpartei CSU in Bayern ist eine Männerdomäne. Es beginnt beim Stammtisch, wo nur selten Frauen zu sehen und niemals gern gesehen sind und es endet noch lange nicht bei Seehofers alten Männerrunden und seinen Hündchen, die ab und zu von der Leine gelassen werden um durch Sexistische Sprüche junge Politikerinnen am Aufstieg  zu hindern. In der kleinen Welt des König Horst von Bayern gibt es auch bezüglich der politschen Agenda keinen Platz für selbstbestimmte Abtreibung und Frauenquoten. Die Frauenquote wird immer noch bestenfalls als Gefallen an die Frauen gesehen. Schlechtestenfalls wird sie als Gefahr für Firmen und die Wirtschaft betrachtet oder als angebliche, umgekehrte Diskriminierung von Männern.

Sexismus erstreckt sich unerkannt bis in die letzten Winkel unserer gesellschaftlichen Einzimmerwohnung ohne Tageslicht.

Aus diesem absurden Grund lehnt auch die AfD Frauenquoten ab. In dieser Partei herrscht die Meinung Frau und Mann (und alle weiteren Geschlechtsidentitäten, die sie aber nicht anerkennen) seien im Moment schon gleichgestellt. Durch Frauenquoten würden Frauen somit übervorteilt, Männer benachteiligt. Dass die AfD diese These aber in einem Land aufstellt in dem beispielsweise Frauen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen trotz gleichem Bildungsniveau und gleichem Abschluss bis zu 25 % weniger verdienen, beweist zum einen, dass Frauen keineswegs gleichgestellt sind und dass diese Partei belegte Sachverhalte schlichtweg ignoriert und durch populistische Sprüche dem Wähler eine scheinbare Lösung aufzudrängen versucht. Frauenquoten seien zudem sogar leistungsfeindlich. Das weibliche Geschlecht kann laut AfD weder mehr noch gleich viel leisten. Die Frau als biologisch unvollständiges Geschlecht zu betrachten, ist ein Ausfluss patriarchaler Mentalität, den es zu bekämpfen gilt.

Die AfD bezeichnet das Vater-Mutter-Kind(er) Modell als natürliche Gemeinschaft, welche das Fundament der Gesellschaft bilde. Sie sagt damit aber auch, dass jegliche alternative Lebensform nicht nur unnatürlich und anormal sei, sondern bezeichnet z.B. Homosexuelle Lebenspartner, welche ihre Kinder großziehen, sogar als gesellschaftsschwächend. Aber die AfD wäre nicht die AfD würde sie nicht noch weiter über ihre eigenen Ziele hinausschießen: Gender Forschung soll nämlich auch abgeschafft werden. Es sei unsachlich, so die Begründung. Mancherort, so zum beispiel im rosenheimer AfD Kreisverband spricht man öffentlich davon Gendermainstreaming sei ein Fall für die Psychatrie, so die Schatzmeisterin Anne Cyron. Die Gender Forschung befasst sich unter anderem mit Geschlechterrollen und den wechselseitigen Auswirkungen von Gesellschaft wie auch der Wirtschaft auf die sexuelle Identität des Menschen. Die LGBTQI Gemeinschaft, also Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Queere und Intersexuelle, all diese Menschen werden dadurch nicht nur diskriminiert, sondern aktiv angegriffen.

Laut AfD müsse das traditionelle Familienbild gestärkt werden, weil die Frau in der heutigen Zeit geradezu in eine ihr nicht natürlich zugewiesene Rolle gedrängt würde und nicht mehr alleinig Mutter und Hausfrau sein dürfe. Die Entwicklung, dass Frauen die Möglichkeit geboten wird, Kinder und Arbeit zu vereinen ist in keinster Weise als negativ zu bewerten. Es ist ein kleiner Schritt Richtung Gleichstellung, was nicht durch das Festhalten an „gottgegebenen“ Strukturen und Zurückfallen in unterdrückte Rollenbilder ausgelöscht werde darf. Überspitzt formuliert gehören im Idealbild der AfD Frauen zurück an den Herd, sollen sich voll und ganz auf die Kindererziehung konzentrieren, da braucht es dann nämlich auch keine Unterstützung durch staatliche Betreuungseinrichtungen mehr, und das AfD Leitbild einer Frau hat am besten auch noch  Sport zu treiben um an des Mannes Seite ein nettes Bild abzugeben und dessen Gelüste mit ausreichender Schönheit zu stillen.
Die diplomatisch durchtriebene Formulierung „Diskriminierung von Hausfrauen stoppen“, bedeutet angesichts der reaktionären Aussagen der Parteimitglieder so viel wie Überforderung durch Berufstätigkeit stoppen oder lasst doch die Frau endlich wieder dahin wo sie hingehört.

Die diplomatisch durchtriebene Formulierung „Diskriminierung von Hausfrauen stoppen“, bedeutet angesichts der reaktionären Aussagen der Parteimitglieder so viel wie Überforderung durch Berufstätigkeit stoppen

Diese christlich „soziale“ Union, diese „Alternative“ für Deutschland versuchen jedem Menschen zu verbieten selbstbestimmt, unangepasst, feministisch, vorurteilsfrei, antiautoritär schlichtweg menschenliebend und tolerant zu sein. Sämtliche Aussagen, von Cyrons Kommentar über „Gendermainstreaming“ bis zur angeblich von Sherlock Storch aufgedeckten „Schwulenlobby“ in sozialen Netzwerken, zeugt von einem so hasserfüllten Menschenbild, das wohl wirklich aus den tiefsten Abgründen einer „Volksseele“ gekrochen kommt. Die plumpe Hetze kann und darf man nicht ignorieren, sie aber auch nicht durch sämtliche Medien publizieren. Dass so viele Bürger*innen diese Thesen aufnehmen und wiedergeben und mit Stolz auf ihr Land die AfD wählen heißt nicht, dass alles keinen Zweck mehr hat und man sämtlichen Protest aufgeben sollte. Nein man muss sich einfach klar werden, dass es noch sehr viel Arbeit braucht bis auch jede und jeder verstanden hat, dass Zusammenleben keine Grenzen der Selbstbestimmung kennt. Was heißt das?

Meine Utopie
Ich möchte als junge freiheitsliebende und nach Befreiung strebende Frau nicht in ein seit Jahrhunderten praktiziertes, reaktionäres Rollenbild zurück gedrängt werden, welches einigen ewiggestrigen Deutschen als das einzig richtige erscheint.
Ich möchte mich kleiden wie es mir gefällt und kurze Röcke oder auch Hosen tragen, weil ich weiß, dass ich keine dumpfen, sexistischen Witze zu erwarten habe.
Ich möchte meine Freundin auf offener Straße küssen dürfen und weder die derzeitigen unsäglichen Blicke ertragen müssen, noch möchte ich zukünftig Vorschriften oder gar Verbote erteilt bekommen, welcher sexuellen Orientierung ich von Natur aus zu entsprechen habe.

Ich möchte als junge nach Befreiung strebende Frau nicht in ein seit Jahrhunderten praktiziertes, reaktionäres Rollenbild zurück gedrängt werden.

Meine Utopie muss keine bleiben.

Kein Gott, kein Staat, kein Patriachat!

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