AfD findet mit dem Antisemiten Hohmann als Referenten keine Räumlichkeiten 

Ebersberg – Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Antisemit Martin Hohmann (früher CDU jetzt AfD) am Freitag in der Ebersberger Alm referieren wollte. Der Wirt hat die Veranstaltung inzwischen aber storniert. Die Hintergründe können Sie der örtlichen Presse entnehmen: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/ebersberg-provokation-von-rechts-1.3237084

Kurzzeitig fand die AfD in Vatterstetten eine Gaststätte für ihre Veranstaltung, doch nach einem weiteren offenen Brief an die dortigen Gaststättenbetreiber*innen  wurde die Partei auch dort ausgeladen.

Die AfD sucht derzeit im Raum Ebersberg nach Gaststätten auf die sie ausweichen kann, in einem offenen Brief wenden wir uns an die Gaststätten-Betreiber im Landkreis und bitten sie, der AfD keine Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Sollte die Veranstaltung doch stattfinden, werden wir zu zivilgesellschaftlichen Protesten aufrufen und damit dem Ruf der Lokalität, welche rassistischen, homophoben und antisemitischen Parolen eine Bühne bietet, massiven Schaden zufügen.

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Offener Brief an den Ebersberger Kreisverband des Bayerischen Hotel – und Gaststättenverbandes und die Betreiberinnen und Betreiber von Gaststätten im Landkreis Ebersberg

 

Für den 11. November 2016 hatte der AfD-Kreisverband Ebersberg-Erding zu einem Vortrag mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten und jetzigen AfD-Mitglied Martin Hohmann in die Ebersberger Alm eingeladen. Doch der Geschäftsführer der Ebersberger Alm hat die Reservierung der AfD inzwischen storniert. Diese Entscheidung begrüßen wir ausdrücklich. Die AfD hat allerdings angekündigt, sich für den Vortrag einen anderen Veranstaltungsort im Raum Ebersberg zu suchen. Wir bitten die Gaststätten-Betreiber im Landkreis deshalb um Vorsicht und rufen sie dazu auf, der AfD keine Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Der Referent Martin Hohmann ist mehrfach durch homophobe, rassistische und antisemitische Äußerungen aufgefallen, unter anderem in einer Rede zum Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2003. In der Rede relativierte Hohmann die VerbrechSollte die Veranstaltung doch stattfinden, werden wir zu zivilgesellschaftlichen Protesten aufrufen und damit dem Ruf der Lokalität, welche rassistischen, homophoben und antisemitischen Parolen eine Bühne bietet, massiven Schaden zufügen.en der Nationalsozialisten und die Unterstützung von größeren Teilen der deutschen Bevölkerung für diese Gräueltaten, indem er sie mit den angeblichen Verbrechen der Juden während der Oktoberrevolution gleichsetzte. 2004 wurde er deshalb aus der CDU-Bundestagsfraktion ausgeschlossen.

Die geplante Veranstaltung der AfD ist besonders mit Hinblick auf das gewählte Datum eine Provokation. Zwei Tage vorher wird am Jahrestag der Reichspogromnacht (9. November) den Opfern des antisemitischen Vernichtungswahns der Nationalsozialisten gedacht. Wir wollen eine friedliche und solidarische Gesellschaft, in der Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen von Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben. Wir lehnen es ab, dass der AfD in bayerischen Wirtschaften Platz für ihre Hetze gegeben wird.

Sollte die Veranstaltung doch stattfinden, werden wir zu zivilgesellschaftlichen Protesten aufrufen und damit dem Ruf der Lokalität, welche rassistischen, homophoben und antisemitischen Parolen eine Bühne bietet, massiven Schaden zufügen.

 

Grundsätzliche Positionierung:

Wir betrachten die militärische Einflussnahme westlicher Industriestaaten als eine der Hauptursachen für das Chaos im Nahen Osten. Auch die die ökonomische Ausbeutung westlicher Staaten in afrikanischen Ländern und auf dem Balkan haben ihren Teil dazu beigetragen, dass derzeit so viele Menschen diese Regionen verlassen müssen. Wir empfinden die Abwehrmaßnahmen der EU gegen Flüchtlinge auch angesichts der westlichen Destabilisierungs- und Ausbeutungspolitik als perfide. Die Flüchtlingsabwehr der EU kostet an den Außengrenzen Europas, insbesondere im Mittelmeer, fast täglich Menschenleben.

Die Strategie der AfD, Flüchtlinge als Gefährdung und die Deutschen als Opfer europäischer Migrationspolitik darzustellen, ist auch deshalb an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Die Stimmungsmache gegen muslimische Migrant*innen und geflüchtete Menschen trägt auch dazu bei, gesellschaftliche Konfliktlinien, wie die unfaire Verteilung des Wohlstandes zu verdecken und spielt bewusst gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aus. Die AfD ist nicht die Protestpartei, als die sie sich gerne darstellt, sondern trägt mit der Spaltung der Bevölkerung lediglich dazu bei, dass gesellschaftlicher Frust nach „unten“ abgeleitet wird.

 

AGIR – Demokratische Jugend; 8. November

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Dieser offene Brief wird unter anderem unterstützt von:

– „Infogruppe Rosenheim“
– „DIE LINKE“ KV Rosenheim
– „DIE LINKE“ KV Wasserburg
– „Grüne Jugend“ Rosenheim
– „Muscovado“
– „Gesicht zeigen – Rosenheimer Bündnis gegen Rechts“

 

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10 Kommentare zu „Offene Briefe gegen Räumlichkeiten für die AfD zeigen Erfolg

  1. Mit dieser Aktion befeuern Sie den Erfolg der AfD. Was bitte soll an Ihren Handeln demokratisch sein? Nur wenn Sie sich mit unbequemen Meinungen auseinandersetzen, diese durch Argumente enkräften, nur wann finden Sie und Ihre Botschaft Gehör. So aber erwecken Sie den Eindruck selbst Denkverbote verhängen zu wollen!

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    1. Die AfD vertritt keine „unbequemen Meinungen“. Sie ermöglicht, dass in Deutschland laut und ohne Scheu offen gehetzt und diffamiert werden kann, gegen Migrant*innen und Geflüchtete, gegen LGBTQI Menschen, gegen Frauen, Muslime und leider viele weitere Gesellschaftsgruppen. Dagegen die Stimme zu erheben und rechten Ideologien keine Möglichkeit zu bieten sich weiter auszubreiten, sich damit also solidarisch zu zeigen mit denjenigen die unterdrückt und diskriminiert werden sollen, genau das ist Demokratie.
      Dass das in einem geschichtlich so negativ geprägten Land überhaupt möglich und unsere Reaktion daher notwendig ist, ist eine nicht hinnehmbare Tatsache und eine zusätzliche Verantwortung für Jede*n

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      1. >> Dagegen die Stimme zu erheben und rechten Ideologien keine Möglichkeit zu bieten sich weiter auszubreiten, sich damit also solidarisch zu zeigen mit denjenigen die unterdrückt und diskriminiert werden sollen, genau das ist Demokratie.

        Und ist es auch Demokratie, Geschäftsleuten zu drohen? Ja, in euren Augen ist es da offenbar.

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  2. Ich selber bin Ausländer. Warum glauben so viele Deutsche, dass sie die Gräueltaten von damals dadurch wiedergutmachen in dem sie mit Hass und Hetze gegen ihr eigenes Volk vorgehen. Erwartet ihr Beifall von uns im Ausland wenn ihr fast wie damals gegen (diesmal) eigene Leute vorgeht. Warum könnt ihr nicht normal sein und jedem seine eigene Meinung respektieren?

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    1. Diese Bestialitäten sind nicht wieder gut zu machen. Es wäre eine Anmaßung und Bloßstellung den Opfern gegenüber, dies ernsthaft zu behaupten. Man kann es nicht ungeschehen machen, aber man kann verhindern, dass es wieder so weit kommt. Es muss nicht so weit kommen, wenn man dort Aufklärung betreibt, wo sie gehört und durchdacht wird und sich im Rückschluss dazu, gegen die Kräfte wehrt, die von Ideologien verblendet nicht jedem einen Platz zum Atmen gewähren wollen. Die Grenze des Gesagten ist erreicht, sie ist schon längst überschritten. Und es ist Ihnen hoffentlich klar, dass wir hier nicht von lapidarem Stammtischgeschwatze reden, sondern es sich um einen Referenten handelt, welcher aus der CDU(!) aufgrund von antisemitischen Aussagen ausgeschlossen worden ist. Die Abscheulichkeit des Genozids am jüdischen Volk sei laut Hohmann mit angeblichen Verbrechen der „bolschewistischen Juden“ vergleichbar, es seien hinsichtlich der Verbrechen während der Naziherrschaft „drei Generationen Bußzeit bis heute“ genug und daher sei es laut Hohmann nicht nötig, „dass es sieben oder acht Generationen“ würden. Ein Vortrag dieses Herren ohne Gegenproteste wäre daher ein Eklat für jede*n freiheitsliebenden Menschenfreund.
      Und die AfD? Die AfD in Fulda akzeptierte Hohmann nicht nur als Kandidaten für die Kommunalwahlen, sondern wies ihm auch den ersten Listenplatz zu, diese Entscheidung steht für ein politisches Bekenntnis zu seiner Person und seinen Ansichten. Die Beleuchtung der Hintergründe zu dieser Person lässt klar erkennen, dass die AfD ein Auffangbecken für rechte Politiker und daher vollkommen abzulehnen ist.

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  3. Das kann man absolut unterschreiben.
    Wenn eine Partei einen Antisemiten zu ihren Treffen einlädt, dann geht das definitiv zu weit.
    Das hat auch nichts mehr mit Meinungsfreiheit.

    Das hat auch nichts mit Schuld und Sühne zu tun.
    Was damals passiert ist, damit hat unsere Generation schon lange nichts mehr zu tun.
    Wofür wir aber sehr wohl verantwortlich sind, ist dafür zu sorgen das so etwas nie wieder passiert.
    Dazu gehört natürlich auch null Toleranz für Antisemiten.

    Nehmen wir nur mal für einen Moment an, nächstes Jahr passiert hier das gleiche wie in den USA, also die AFD regiert.
    Wenn dann offen Leute wie Martin Hohmann gegen Juden hetzen, ist das dann in ihren Augen noch Redefreiheit.
    Wenn ja, dann sind wir von den Zuständen von 33 nicht mehr weit entfernt!

    @Demokratische Jugend
    Generell fand ich das Schreiben gut.
    Was aber meiner Meinung nach zu weit ging, ist die Drohung gegen die Gastronomiebesitzer.
    Das ist nur wieder Wasser auf die Mühlen der AFD.

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  4. Warum nennt ihr euch oder euer Blog „Demokratische“ Jugend? Ihr seid keine Demokraten. Ihr hasst euer eigenes Land, ihr hetzt gegen eure eigenen Landsleute. Ihr droht Geschäftsleuten und möchtet ihnen vorschreiben, wem sie ihre Räumlichkeiten anbieten oder nicht. Und das nennt ihr Demokratie?

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