Offenes antifaschistisches Plenum in Rosenheim

 – Vernetzung ist wichtig, das ist allen klar, doch wenn man an den Anfängen der Organisierung steht, stellt sich unweigerlich die Fragen: Was zuerst angehen? Wo ansetzten? Rosenheimer Jugendliche versuchten darauf Antworten zu finden und starteten nun eine Initiative zur Selbstorganisierung von Antifaschist*innen.
get active. ORGANIZE – werde aktiv, bring dich ein, organisiere und vernetze dich mit Gleichgesinnten, ist der Apell an Alle, die sich gegen die bestehenden Unterdrückungsverhältnisse sträuben.

„Es müssen die Leute zusammengebracht werden, die einzeln gegen Windmühlen zu kämpfen scheinen, gemeinsam jedoch  Schlagkraft besitzen, nach dem Motto fünf einzelne Finger bilden eine Faust.“, so eine der Mitinitiator*innen des offenen antifaschistischen Plenums. „Viele meiner Freunde schimpfen über den menschenunwürdigen Umgang mit Geflüchteten und bekommen den Gegenwind der sich in Deutschland auftut auch in Diskussionen daheim stark zu spüren.“, so die Jugendliche weiter. „Gut, gegen Rechte wird  auf die Straße gegangen, aber ich frage mich, was mit denjenigen ist, die ihren Rassismus neuerdings beinahe stolz im Alltag vor sich hertragen, ihn vor und mit den teils beeinflussbaren Gemütern ihrer Kinder ausleben und kaum Widerspruch erfahren. Dieses Problem betrifft nicht nur die Generation der Eltern. Diese sich grundsätzlich gegenüberstehenden Denkmuster finden sich sogar innerhalb der Jugend und jungen Erwachsenen wieder. Um darauf eine menschenfreundliche Replik geben zu können, die auch Effektivität besitzt, bedarf es in Rosenheim dringend einem offenen Gremium, das Raum schafft für Diskussion und Eigeninitiative.“

Das eingängigste Beispiel, für dieses rechte Gedankengut, dass aus dem „Volk“ hervorbricht, bot wohl Björn Höcke am vorgestrigen Montag Abend dar: Als die AfD auf einer Jungen Alternative (JA) in Dresden bei einer Brandrede des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke alle Hüllen fallen ließ, kamen mehr als nur Protestwähler*innen zum Vorschein. Rassistische, national chauvinistische, antisemitische, kurz rechtsextreme Aussagen feierte der Mob im Saal mit lautem, einschlägigem Beifallsturm.
Die Gesellschaft sei laut Höcke durch den „Import fremder Völkerschaften und die zwangsläufigen Konflikte“ existentiell gefährdet. „Man wollte uns vernichten.“ Und mit der systematischen Umerziehung nach 1945 habe man das auch fast geschafft, heißt es weiter in dessen Rede. Doch diese perfiden, abstoßenden Auslassungen sind Höcke noch nicht nah genug dran an seiner „Wahrheit“. Während er in Andeutungen vom Holocaust Gedenkmal in Dresden spricht folgt folgendes Zitat: „Die Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“  . . .

Die Aussagen stammen von Höcke, doch die AfD ist nur das Sprachrohr der Denkmuster, die tief in der Gesellschaft verankert sind. Diese gilt es zu bekämpfen, überall, gemeinsam, organisiert und aktiv.
Denn: Nazis gibt’s in jeder Stadt, bildet Banden macht sie platt!

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Aufruf der Initiative zum offenen antifaschistischen Plenum

Schon gehört, dass in Aibling eine Geflüchteten Unterkunft vorsätzlich in Brand gesteckt worden ist? Schonmal von der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) gehört, die sich im April 2016 in einem Gasthaus des Rosenheimer AfD Kreisvorsitzenden gegründet hat? Oder kannst du dich noch an die Demo gegen Die Rechte im August 2015 erinnern, gegen die über 1000 Menschen in Rosenheim auf die Straße gegangen sind? Warst du vielleicht sogar dabei?

Rechte Gruppierungen und Umtriebe treffen sich auch in Rosenheim. Zur Schau getragen werden ihre Einstellungen bei AfD “Informationsveranstaltungen”, am Stammtisch, aber auch im Oberstufenzimmer, im Fitnessstudio oder in der Raucherecke vor dem Club.
Rassistische Hetze bringt dich auf die Palme? Dich nervt sexistisches Rumgeprolle? Du hast keinen Bock auf Nazis oder Probleme mit den Rechten? Dann lass uns gemeinsam was auf die Beine stellen!
Es ist wichtig, sich zu vernetzen und Strukturen aufzubauen, um den Widerstand zu organisieren – nicht nur gegen Rassismus und Faschismus, sondern auch gegen Nationalismus, Sexismus, Homophobie und alle anderen gesellschaftlichen Unterdrückungsmuster.

Wir wollen einen Raum zur selbstorganisierten Diskussion und Planung zum Beispiel von Aktionen wie Proteste gegen Rechte Umtriebe in Rosenheim oder Anreisen zu Demonstrationen schaffen.
Eine starke Vernetzung von Antifaschist*innen ist notwendig, um innerhalb der Gesellschaft Gehör zu finden.

Du willst endlich was tun, wusstest bisher aber nicht wie, wo und mit wem? Dann komm zum ersten Offenen Antifaschistischen Plenum in Rosenheim.
Am Samstag, den 28.01.2017 um 16 Uhr
Im Linken Zentrum Rosenheim, in der Innstraße 45a     

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